
Centerville/Wisconsin 1890
- Basel 1976
Tobey übersiedelt als Sechzehnjähriger 1906 nach Chicago. Dort
studiert er am Art Institute. Seine Berufslaufbahn beginnt er als
Angestellter in einem Studio für Mode-Design 1908. Seit 1911 ist er in
New York selbstständiger Modezeichner. In den folgenden Jahren
beschäftigt sich Tobey intensiv mit den Schriften der arabischen
Literatur und mit den Lehren der ostasiatischen Philosophie. Das führt
dazu, dass er sich 1918 der Baha-`i-Glaubenslehre anschließt. Von 1922
bis 1925 ist er als Kunsterzieher in Seattle, von 1930 bis 1937 als
Lehrer an der Dartington Hall School in Devonshire/ England tätig.
Reisen nehmen in Tobeys Leben einen wichtigen Platz ein. Der Künstler
besucht 1925 zum ersten Mal Europa, wenig später Persien. Eine längere
Reise führt Tobey in den dreißiger Jahren nach Shanghai und Japan. Hier
beschäftigt er sich für einige Zeit in einem Zen-Kloster in Kyoto mit
der Lehre und der Malerei des Zen und den Formen der Hai-Ku-Dichtung
und der Kalligrafie. Tobey schafft 1938 eigene musikalische
Kompositionen. Er verlässt im gleichen Jahr England und zieht zurück
nach Seattle, wo er bis 1960 lebt. Im gleichen Jahr übersiedlung Tobey
nach Basel, wo er bleibt.
Tobey entwickelt unter dem Einfluss der fernöstlichen Kunst seine
berühmten "White Writings". Diese stellen ein Netzwerk kalligrafisch
durchmodellierter feiner Zeichen dar. Die Anfangs noch leicht
gegenständlich Arbeiten, werden aber zunehmend abstrakt und entsprechen
so dem Ausdruck der meditativ-kontemplativen Lebenshaltung des
Künstlers. 1944 findet die erste Einzelausstellung dieser Werke in der
Willard Gallery, New York statt. Eine Einzelausstellung im Whitney
Museum of American Art, New York, folgt 1951. Die Ausstellung wird
zuvor in San Francisco, Seattle und Santa Barbara gezeigt. Tobey bringt
diese Wanderausstellung den internationalen Durchbruch. Von nun an, ist
er auf den wichtigen internationalen Ausstellungen vertreten, wie z.B.
1959 und 1964 auf der documenta in Kassel. Die Smithsonian Institution
in Washington zeigt 1974 eine große Retrospektive. 1984 in der National
Gallery of Art, Washington, 1989 im Museum Folkwang, Essen und 1990 in
der Galerie Beyeler Basel, sind weitere posthume Einzelausstellungen zu
sehen.